Pofalla verknüpft Religion und Gewalt ohne Sinn und Verstand

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla schrieb zuletzt einen Gastbeitrag in der BAMS, ein Pamphlet in dem der Hans Heißluft der Christdemokraten seinem Unmut Raum bot, diskutiert zu werden.

Pofalla stigmatisierte die Muslime in aller Welt zu den Hauptverantwortlichen, wenn es in der heutigen Zeit um die unschöne Verbindung von Religion und Gewalt ginge. Zudem machte er die letzten von, wie er meinte, Rot-Grün zelebrierten Jahre der Multi-Kulti-Politik mitverantwortlich dafür, dass in Deutschland die Leute dächten, sie müssten für ihre Rechte nicht mehr einstehen. Unbedacht diese Äußerung, da doch Pofalla nicht davon ausgehen kann, dass ein jeder denselben Zündstoff als sein Recht betrachten mag, nur weil der Herr Generalsekretär dies vielleicht tut.

Weltjugendtag

Trotz begeisternder Massen am Weltjugendtag, die ja zu einem nicht unwesentlichen Teil aus dem Ausland anreisten und mitunter aus Kirchengruppen der Republik zusammen gereist waren – eine weltoffene Millionenstadt wie Köln hat nur einen Bruchteil seiner eigenen, lebenslustigen Akteure fiebernd in den öffentlichkeitswirksamen Freudentaumel geschickt. Mancher Besucher wollte sich ein Massenereignis nicht entgehen lassen und vielleicht ein paar Blicke auf exotische BesucherInnen werfen, die zu Gast waren, bei Freunden, ganz ähnlich eben wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Kaum einer hält es aber für notwendig irgendwelche dogmatischen Religionsbekenntnisse abzugeben; nicht nur, weil ihnen nicht danach ist, sondern weil sie damit durchaus auch nichts anfangen können. Es ist die Perspektive eines Herrn Pofalla einfach viel zu beschränkt, als dass er den Verve der Gesellschaft wirklich spürt. Viele würden Sandsäcke schleppen, aber nicht unbedingt ein Kreuz an die Wand nageln. Deshalb gibt es auch keine latente Pflicht, von der Pofalla gerne spricht, sich für Werte einzusetzen, die einem munter von oben herab diktiert werden. Es kann ein jeder seinen Glauben haben, doch wird er keine religiösen Gemeinschaften unterstützen müssen. Diese sind dazu nämlich nicht notwendig.

Trotz Brille wird Pofalla seine Kurzsichtigkeit jedoch nicht quitt: Er möge doch bitte von den Muslimen dieser Welt nicht beleidigt werden wollen. Wenn jemand jemanden beleidigt, so stellt unser Rechtssystem, das im antiken Rom fußt, und ebenso die moderne Sprachwissenschaft, aber auch die Psychologie und Philosophie nicht in Abrede – wenn also jemand jemanden beleidigt, so liegt in dem Akt der Beleidigung ein Impuls. Man möchte den anderen beleidigen, man tut es absichtlich. Ohne Absicht auch keine Beleidigung. Der werte Generalsekretär allerdings kommt aus seinen eigenen gedachten Hemisphären kaum heraus. Was er für sich in anderen Fällen redlich in Anspruch nimmt, nämlich nüchterne Konsequenz, das wiegt er nun in diesem Fall zu seinen Gunsten den Muslimen als Beleidigung ab. Für jemanden, der seinen Glauben konsequent verfolgt, und für den es eben nur einen Gott gibt, kann es notgedrungen keinen anderen Gott geben. Da Herr Pofalla allerdings an einen anderen glaubt, wird er, gesetzt den Fall, er kann diesem Argumentationsstrang folgen, zugeben müssen, dass die einzig logische Schlussfolgerung die ist, Herrn Pofalla als ungläubig zu bezeichnen. Eine Beleidigung also? – Mitnichten. Jedenfalls aus Sicht eines Muslim ist es so. Wenn Pofalla bekennender Christ ist, allerdings in seinem Verständnis noch den Gott der Muslime und Juden, und anderer Gläubiger mehr akzeptieren kann, wirkt er oberflächlich liberal, aber in seiner Religion jedoch inkonsequent. Dann hat auch das Religiöse an Pofallas Glauben eigentlich keine wirkliche Existenzgrundlage. Gehen Sie in sich, Herr Generalsekretär und kontrollieren Sie noch ein Mal Ihre Sinne. Amen.

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